Welches Material magst du (und fasst du gern an)?
Holz, Beton, Stoff, Glas, Metall…
Manche Materialien wollen wir sofort unbedingt berühren. Und manche lieber gar nicht… Noch bevor wir darüber nachdenken, reagiert unser Körper: mit Neugier, mit Zurückhaltung, mit Lust, etwas zu berühren oder… eben nicht…
Das ist kein Zufall. Studien aus der Wahrnehmungs- und Neuropsychologie zeigen: Unser Tastsinn ist eng mit Emotion, Erinnerung und Bewertung verknüpft. Materialien werden nicht neutral wahrgenommen. Holz wirkt auf viele Menschen warm und beruhigend, Beton eher kühl und distanziert, Stoff vertraut, Glas glatt und fragil, Metall hart oder präzise. Diese Eindrücke entstehen blitzschnell und meistens unbewusst.
Spannend ist: Berührung verändert unser Urteil. In Experimenten wurde gezeigt, dass sich Dinge „wertiger“, „sympathischer“ oder sogar „vertrauenswürdiger“ anfühlen, wenn wir sie anfassen dürfen. Oberfläche, Temperatur, Gewicht und Widerstand spielen dabei eine große Rolle. Ein Objekt ist nicht nur das, was wir sehen, sondern das, was wir körperlich erfahren.
Deshalb funktionieren Materialien in Architektur, Design und Kunst nicht nur visuell. Sie sprechen unseren Körper an. Unsere Hand merkt sich mehr, als unser Kopf denkt. Und manchmal verstehen wir erst durch Berührung, warum uns etwas anspricht oder irritiert.
Vielleicht lohnt es sich im Alltag mal kurz darauf zu achten:
An der Tischkante. Am Türgriff. Am Stoff deiner Kleidung.
Und zu fragen: Warum fühlt sich das genau so an?
Welches Material magst du – und fasst du gern an?
Ich bin gespannt auf eure Antworten!







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