Montag.
Eine neue Woche beginnt und bevor es so richtig losgeht, eine kleine Wahrnehmungspause:
Welche Farbe entspricht heute deiner Stimmung?
Vielleicht stolperst bist du ja heute schon über den Begriff Blue Monday gestolpert. Der ist heute. Und er gilt als der „traurigste Tag des Jahres“ und taucht jedes Jahr im Januar zuverlässig in Medien, Feeds und Überschriften auf. Ursprünglich geht die Idee auf eine Marketingkampagne zurück, nicht auf belastbare wissenschaftliche Forschung.
Aber warum blau? …weil Farben wirken! (Übrigens unabhängig davon, ob ein Konzept wissenschaftlich haltbar ist oder nicht.)
Studien aus der Wahrnehmungs- und Emotionspsychologie zeigen, dass Farbe häufig schon emotional verarbeitet wird, bevor wir sie bewusst benennen können. Unser Blick reagiert besonders schnell auf Farbklänge (oft schneller als auf Formen oder Inhalte). Das ist auch der Grund, warum wir uns in Räumen, Bildern oder Städten manchmal sofort „richtig“ oder „falsch“ fühlen, ohne es erklären zu können.
Blau wird in vielen Kulturen mit Ruhe, Tiefe und Distanz verbunden, aber eben auch mit Kühle, Melancholie oder Rückzug. Welche Bedeutung überwiegt, hängt vom Kontext ab: vom Ton, von der Helligkeit, von der Umgebung und nicht zuletzt (Überraschung) von uns selbst.
Dabei geht es eigentlich auch gar nicht nur um Blau, Rot oder Gelb. Entscheidend sind die Nuancen: Ist deine Farbe heute gedämpft oder kräftig? Eher warm oder kühl? Erdig, klar, grau gebrochen oder leuchtend?
Manchmal ist es sogar weniger eine konkrete Farbe als eine Oberfläche: matt, weich, rau, körnig oder transparent. Auch solche Qualitäten nehmen wir wahr, sehen wir…
In der Kunst spielt genau dieses Zusammenspiel eine zentrale Rolle. Farben werden dort nicht nur eingesetzt, um etwas darzustellen, sondern um Atmosphären zu bauen, Spannungen zu erzeugen oder Ruhe herzustellen. Farbe strukturiert Wahrnehmung! Oft ganz subtil, manchmal aber auch sehr deutlich.
Im Alltag tun wir das Gleiche. Wir nutzen Farben intuitiv und beiläufig: in Kleidung, Räumen, Bildern, Gegenständen. Meist unbewusst, aber trotzdem sagen diese Entscheidungen viel darüber aus, wie wir uns gerade fühlen oder was wir brauchen.
Vielleicht ist heute also tatsächlich ein blauer Montag.
Vielleicht aber auch ein graugrüner, ein warm-beiger oder ein überraschend klares Gelb.
Diese Montagsfrage ist deshalb auch kein Test und keine Analyse. Sie ist einfach nur eine Einladung zum kurzen Innehalten: Wie fühlt sich dein Tag heute farblich an?
Wenn du magst, schreib deine Farbe in die Kommentare und gern auch ein paar Worte dazu, warum gerade sie heute zu dir passt.
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