KunstGeschichte[n]: Der Grand Palais in Paris

Ist dieser Raum nicht einfach unglaublich?

…neben Hilma af Klint und Leandro Erlich auf alle Fälle einer der großartigsten Eindrücke von diesem Museumstag für mich!

Der Grand Palais entstand für die Pariser Weltausstellung 1900 in einer Zeit, in der Paris der Welt zeigte, was Architektur, Ingenieurskunst und Technik leisten können. Man muss sich vorstellen, dass Stahl in der Architektur in der Zeit eine ähnliche Rolle spielte wie heute vielleicht KI in der digitalen Welt: Plötzlich schien vieles möglich, was vorher undenkbar war. (Nur elf Jahre vorher war der Eiffelturm das spektakuläre Wahrzeichen der Weltausstellung von 1889 gewesen.)

Für die Weltausstellung 1900 entstanden gleich mehrere Bauwerke, die bis heute das Bild der Stadt maßgeblich prägen: der Grand und Petit Palais, die Pont Alexandre III und die erste Metrolinie mit den berühmten Jugendstil-Eingängen von Hector Guimard. 

Der Grand Palais war ein Gemeinschaftsprojekt der Architekten Henri Deglane, Albert Louvet und Albert Thomas. Koordiniert wurde das Mammutprojekt von Charles Girault, und war nach nur drei Jahren Bauzeit fertig! 

Und jetzt kommt mein Lieblingsfakt: Für den Grand Palais wurden rund 8.500 Tonnen Stahl verbaut, der Eiffelturm kommt auf etwa 7.300 Tonnen Eisen. Genauer gesagt: Puddeleisen, benannt nach dem englischen to puddle, weil das glühende Eisen im Ofen mit langen Stangen ständig bewegt wurde, um den Kohlenstoffgehalt zu verringern. Obwohl Stahl damals bereits verfügbar war, setzte Gustave Eiffel bewusst auf ein Material, das er kannte und schon beim Brückenbau verwendet hatte. Von außen sieht man davon kaum etwas, weil sich diese riesige Stahl-Glas-Konstruktion mit der rund 17.500 qm großen Glasdecke hinter der monumentalen Steinfassade ziemlich gut versteckt…

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